Paso Doble
40th Anniversary Album Fantasie
Wer hätte gedacht, dass diese beiden fast ihr gesamtes Leben zusammen Musik machen würden?
Paso Doble
40th Anniversary Album Fantasie
Wer hätte gedacht, dass diese beiden fast ihr gesamtes Leben zusammen Musik machen würden?

Und einmal in solch futuristischen Outfits auf der Bühne und vor der Kamera stehen.

Die beiden selbst sicher nicht, obwohl das Leben von Rale sowie Frank von Anfang an in die musikalische Richtung ging. Sie sang begeistert zu Hause und im Schulchor,

er hatte seit dem vierten Lebensjahr Klavier – und später dann Cellounterricht.

Sie nahm später noch die Querflöte in ihre Ausbildung auf. Die klassische Ausbildung, die bei beiden folgte, ermöglichte es ihnen schließlich Jahrzehnte später, solche Zwei-Mann-Shows wie das Mini-Musical

„Küss! Mich! Frosch“ auf die Beine zu stellen, in dem Rale als Sängerin und Mimin

in verschiedene Märchenrollen schlüpfte, während Frank am Piano

konzertant begleitete. Hier ein Video

Damit haben sich die beiden 30 Jahre nach ihrer NDW-Hochphase einen großen Traum erfüllt, denn eigentlich wollte Rale Opernsängerin werden und konnte bei diesem Projekt noch viel umfangreicher ihr Gesangstalent zeigen und Frank konnte am Grand Piano brillieren. Doch zurück zu unserer Zeitleiste. Die Ausbildungen zeigten Früchte und die ersten Bands traten auf den Plan. Rale und Frank kannten sich noch nicht und starteten in gänzlich verschiedenen Lagern: Rale verdingte sich in Tanzbands

,um ihr aufwändiges Gesangsstudium finanzieren zu können, Proben im

Übungsraum waren angesagt!
Frank, geprägt von seinem Vater, der ein klassisches Pianostudium absolviert hatte und ein veritabler Jazz-Musiker in Hamburg war, war von jeher begeistert von den Jazzrock-Pianisten Herbie Hancock, Joe Sample und Eumir Deodato, deren Soli er als Junge penibel einübte. So gründete er als jüngstes Mitglied gemeinsam mit Herb Geller, dem amerikanischen Starsaxophonisten, der in Hamburg lebte, Anselm Kluge und Claus-Robert Kruse im Jahre 1979 die Jazzrock-Formation

„Känguru“, die sich in Fachkreisen einen guten Namen machte.
Die Hamburger Szene hatte von den beiden schon längst Wind bekommen, Rale wurde von Udo Lindenberg für seine erste LP als Sängerin verpflichtet und etablierte sich schnell als gefragte Studiosängerin

bei unzähligen großen Produktionen der damaligen Zeit wie Vicky Leandros, Roger Whittacker, Udo Lindenberg, Daliah Lavi, Rex Gildo, Freddy Quinn, Michi Reinke, Milva, Costa Cordalis, Drafi Deutscher, Goombay Dance Band, Dieter Bohlen, Karthago mit dem legendären Produzenten Conny Planck, Baccara, im James Last-Chor

,um nur einige zu nennen. Auch der Hamburger Rockformation „Randy Pie“ lieh sie ihre Stimme und war ebenfalls Mitglied bei „Rudolf Rock und die Schocker“. Bei Gottlieb Wendehals war

sie auch mit von der Partie und ihr beste Freundin,

Freya Wippich

, immer mit dabei.
Sie ist auch Mitbegründerin der Formation „Springflut“, einer deutschsprachigen Westcoast-Band.

Franks Ambitionen gingen doch mehr in das Songwriting und Arbeiten mit Sängern, und so gründete er zusammen mit Detlef Wiedecke, Rolf Köhler und dem schottischen Sänger Ian Cussick die Rockband „Ian Cussick & The Fleet“

und komponierte auch für diese Formation. Aber schon bald kam das Angebot der Anfang der 80er Jahre sehr angesagten Hamburger Band „Lake“

(Frank ganz links im Bild), in der Frank seinem Ziel vom Keyboardspielen, Singen und Komponieren immer näher kam. In der Folge gründete Frank zusammen mit Erlend Krauser die Band Sauna, der Name kam daher, weil sie in der elterlichen Sauna die besten musikalischen Ideen hatten

und Roter Mund

, die beiden produzierten für die Polydor ein ganzes Album. Wie Rale spielte auch Frank in dieser Zeit im Studio für zahlreiche prominente Künstler, genannt seien nur Rio Reiser, Ulla Meinecke, Udo Lindenberg, Rolf Zuckowski, Wolfgang Petri, Stefan Waggershausen, Howard Carpendale, Nena, Ricky Shane, Taco, Drafi Deutscher, DJ Bobo etc.
Sehr oft gaben sich bei diesen Produktionen Rale und Frank die Studiotürklinke in die Hand, denn in der Zeit wurden in den Studios bei den Musikproduktionen zunächst mit einer Musikergruppe die Playbacks eingespielt und direkt danach betraten die Chorsänger und Sängerinnen das Studio. Bei diesen kleinen Begegnungen in den Studiofluren kreuzten sich schon einmal Rales

und Franks

Wege…aber es sollte noch etwas Zeit vergehen, bis sie sich näherkommen sollten.
Rale wollte eine Solokarriere starten und was macht man dann? Richtig: Fotoshootings

Und heraus kam: RALE BENNETT, die mit englischsprachigen großen Songs und Balladen ihr Publikum verzaubern wollte. Es wurde auch eine große Produktion mit Streichorchester in Hamburg aufgenommen. Ihre erste Single war „Last Night in Paris“, die – was für ein Zufall – Frank Oberpichler arrangiert hatte.

Für das Album, das Rale plante, suchte sie noch Titel und erinnerte sich, dass Frank Hieber, wie er ja damals noch mit bürgerlichem Namen hieß, für ihre Freundin und Sängerin Freya Wippich auch schon Songs geschrieben hatte, die ihr gut gefielen. Und so klingelte sie eines Tages einfach an seiner Wohnungstür in Hamburg im Schanzenviertel. Um es kurz zu machen: es funkte. Es funkte nicht nur, die Funken stoben, die Welt der beiden fing sich von da an, anders zu drehen.

Unzertrennlich, so fing alles an, die Musikbegeisterung der beiden wurde von Anfang an nur noch von der Liebe übertroffen, die zwischen den beiden strömte.

…auch nicht so viel anders als ca. 40 Jahre später…

Als dann aus der Musikszene 1981 eine bestimmte Anfrage an Frank herangetragen wurde, bekamen Rale und Frank noch einen Extraschub, um endlich einen gemeinsamen Act zu gründen. Frank erhielt nämlich die Anfrage, ob er dem damals noch völlig unbekanntem Sänger Pierre Schilling, später dann Peter Schilling, nicht helfen könnte, sein Album zu produzieren. Frank willigte ein und wie wir alle wissen, wurde es ein Mega-Hit-Album. „Völlig losgelöst“ wurde ein Gassenhauer.

Hier auf dem Foto sieht man die Band, die das Album eingespielt hat:
Ganz links Frank Hieber mit zugeklebtem Mund und Casio-Keyboard, Peter Schilling zweiter von rechts mit Bassist und Gitarrist Armin Sabol.
Diese Produktion hatte es Frank außerordentlich angetan. Er und Rale beschlossen, eine gemeinsame Band zu gründen und ebenfalls solche neuen deutschsprachigen Lieder zu schreiben und einen ganz eigenständigen musikalischen Stil zu finden und eine Optik, die einen hohen Wiedererkennungswert hat. Und einen international verständlichen Namen wollten die beiden sich geben. Was lag da näher als der spanische Tanz „Paso Doble“, der übersetzt Doppelschritt, Schritt zu zweit bedeutet. Der deutsche Musik-Act „Paso Doble“ war geboren. Also machten die beiden über ein Jahr lang Demo über Demo, es war das Jahr 1983 und bastelten an ihrem Styling.

Im eigenen Home-Studio wurde gewerkelt.

Auch das Outfit nahm so langsam Gestalt an.

Herrlich, diese 80er Jahre, man konnte sich androgyn empfinden, durchgeknallte Kleidung tragen, Hauptsache, man fiel auf und war nicht langweilig. Rale und Frank empfanden sich als „Durchreisende, die mal eben der Erde einen Besuch abstatten.“

…und dieses Gefühl haben die beiden bis heute nicht abgelegt. Aber nicht nur Outfit und Songs wuchsen, auch die Performance für die Bühne und TV sollte perfekt werden, dafür arbeitete „Paso Doble“ ab jetzt mit dem amerikanischen Choreographen Eric Emanuelle zusammen, es hieß üben, üben, üben,
hier bei einer Probe für die Choreographie von „Herz an Herz“, ihrer dritten Single nach „Computerliebe“ und „Fantasie“ .

Das erste Album „Fantasie“ erschien im Jahre 1985 mit zehn Titeln. Für die ersten zwei Alben – das zweite

Album „Versunkener Schatz“ sollte erst viel später erscheinen – arbeiteten sie u.a. mit Curt Cress (Drums), Tissy Thiers (Bass), Peter Weihe

(Gitarre) zusammen. Nicht zu vergessen Rales und Franks Hundedame mit dem Namen „Horst Hrubesch“,

die selbst im Studio den beiden nicht von der Seite wich.
Ende der 80er Jahre wurde es stiller um „Paso Doble“, nicht jedoch um Rale und Frank, die eine Familie gründeten und 1990 eine Tochter, Rahel Mai, bekamen. Frank ging erst einmal mit dem Panikorchester

und Udo Lindenberg auf große Tour

durch das neue Deutschland. Was lag da für Rale als werdende Mutter näher, als sich auch um die Musik für Kinder zu kümmern? Rale schuf das Projekt „Rales

Musikmärchen“ unter der Schirmherrschaft von Rolf Zuckowski, eine CD-Reihe bei Universal/Musik für Dich mit 6 Grimms Märchen. Frank komponierte und produzierte die Musik dazu. Rale gründete einen Kinderchor, mit dem sie auch live auf Tour ging.

Rale und Frank produzierten in der Folge eine Reihe von Kinderprodukten wie die zwei großen Liederbücher von „Pettersson&Findus“ zusammen mit Dieter Faber, Rabe Socke, 100 Jahre Astrid Lindgren, Räuber Hotzenplotz, Mama Muh und vieles mehr.
Schließlich fand auch Jasmin Wagner alias Blümchen den Weg in das Haus Oberpichler – inzwischen hatten Rale und Frank nämlich geheiratet und er hatte ihren Nachnamen angenommen, war also jetzt ein Oberpichler -, und Rale und Frank schrieben in der Folge Songs für Blümchen, die ja mit dem Cover „Herz an Herz“ ihren ersten großen Erfolg hatte, Frank links im Bild,

die Techno-Welle war voll im Gange, „Das Modul“, produziert von Felix Gauder, hatte gerade mit großem Erfolg „Computerliebe“ gecovert

und die drei, Rale Frank und Felix lernten sich in dem Zusammenhang kennen. Sie hatten sofort einen Draht zueinander und beschlossen, „Paso Doble“ wieder zu aktivieren. Heraus kamen so interessante Tracks wie „Message angekommen“

oder auch „Allein im All“

Der „Paso Doble“-Nerv war wieder gereizt bei den beiden und es entstand ganz allmählich der Wunsch bei den beiden, den Act wieder zu beleben.

Frank hatte zu der Zeit schon die ersten Erfahrungen mit Filmmusik gemacht und
Rale spielte Anfang der 2000er Jahre in einem NDW-Musical

mit, zu dem sie NDW-Star und sehr vertraute Freundin Franziska Menke („Hohe Berge“) gelotst hatte. Franziska schwärmte von den Live-Auftritten der NDW-Gemeinde um Peter Schilling, Markus, Geier Sturzflug, Hubert Kah, UKW, um nur einige zu nennen. Kurz und gut, ihre Begeisterung ging eins zu eins auf Rale und Frank über und die beiden schneiderten sich einen Bühnenauftritt mit ihren eigenen und anderen NDW-Hits . Und dann ging es für die beiden wieder los, zahlreiche Auftritte

sollten folgen.

Die Live-Auftritte wurden immer ausgefeilter.
Paso Doble genießen es einfach, auf der Bühne zu performen!

2017 war die Zeit reif für das umfangreiche Doppel-Album „Urknall“, das Rale und Frank gemeinsam mit DJKC alias Kai Soffel produzierten.

Die schöpferische Phase hielt an und Rale und Frank veröffentlichten seit diesem Album viele Einzeltracks wie zum Beispiel „Love Melody
Heladila (Nicht im Traum)
oder auch „Computerlove“ und „Kleine Killer

Das Jahr 2025 markiert für „Paso Doble“ ein ganz bedeutsames Datum. Die Zahl 40 steht absolut im Vordergrund: 40 Jahre glückliche Ehe, 40 Jahre Bandgründung Paso Doble und 40 Jahre „Computerliebe“ und „Herz an Herz“.
Grund genug für die beiden, sich und den Fans ein fulminantes Jubiläums-Album zu gönnen mit neuen Songs und Remakes ihrer Lieblingstracks.
Herausgekommen ist „Libe ist“ ,

Die Produktion dieses Albums dauerte 3 Jahre und umfasst einige aktualisierte Remixes und neue Tracks. Und das Hauptthema der Songs ist , wie könnte es anders sein, die Liebe. Die kindliche Schreibweise – „Libe ist“ – ist ganz bewußt so gewählt, sie lädt dazu ein, dieses zeitlos aktuelle Thema auch einmal mit den Augen anzuschauen, die in allen von uns ruhen, oft ganz verborgen: mit dem unverstellten Blick von Kinderaugen. Und so zeigt dieses Album einmal mehr das umfassende musikalische und thematische Spektrum der beiden Hamburger Künstler, das ja in ihren Smash-Hits aus den 80ern „Computerliebe“ und „Herz an Herz“ immer schon angelegt war: das Thema Liebe immer im Vordergrund, wird es auf diesem Album von den unterschiedlichsten Perspektiven durchleuchtet:
In ihrer ersten Single-Auskoppelung „Da da da“, einer Hommage an ihre Musikerkollegen Stephan Remmler/Trio, haben die beiden dem durchaus mehrschichtigen Text durch ihre Interpretation gerade als Duo einen aktuellen, charmanten und smarten Blickwinkel verliehen. In der zweiten Singleauskoppelung „Marionetten“ führen uns Franks Strophen durch eine düster-nüchterne, science-fictionartige Szenerie zu einem strahlenden melodiösen Refrain im typischen Paso Doble-Stil, der durch Rales unverkennbaren Gesangssound die Sonne aufgehen läßt: Ein ganz klassischer Paso Doble-Track, der uns letztendlich auf ähnliche Weise verzaubern kann wie schon ihre großen Hits „Computerliebe“ und „Herz an Herz“. In den Songs „Love Melody (Vielleicht morgen)“ und „Heladila (Nicht im Traum)“ werden ganz persönliche authentische Erlebnisse verarbeitet.
Zu guter Letzt findet sich bei Paso Doble auch immer wieder der Aspekt wieder, der für uns so oft im Leben der „rettende Anker“ ist: der Humor. Im Song „Nicht nur geil“ beispielsweise wird der erotische Aspekt der Liebe ordentlich zerpflückt und man kann sich eines Schmunzelns nicht erwehren.
Kurzum: Mit „Libe ist“ präsentiert Paso Doble ein sehr reifes und dennoch absolut vitales Album, das auch immer wieder dazu einlädt, mitzutanzen, mitzusingen und das Leben als eine große Party zu feiern. Eigentlich so wie auch schon in den heißgeliebten und so sehr verehrten 80er Jahren.
Single-Auskopplungen: „Dadada
und „Marionetten

Und hier, im Jahr 2025, schließt sich ein Kreis für Rale und Frank und die Zusammenarbeit mit ihrer Mutterfirma Warner Music. Zum 40.sten Geburtstag veröffentlicht Warner Music im Herbst das erste Paso Doble-Album „Fantasie“ in einer
„Fantasie 40th Anniversary Edition“ als Digipac

und natürlich auf allen gängigen Plattformen. Und der Clou für alle Fans: Mit auf dem Album sind drei neue bisher nicht veröffentlichte Tracks von Paso Doble:
„Dafür lieb ich Dich“, „Mega-Herz“ und „Oase“, drei Songs, die Rale und Frank extra für dieses Album aufpoliert und für das Album zur Verfügung gestellt haben.